30.03.2022 BNE-Regionalzentrum Maximilianpark Hamm

Unterhosen vergraben, Bodenqualität prüfen

Vergrabene Unterhosen im Maximilianpark    © Rode, Maximilianpark Hamm

Was zunächst absurd klingt, ist ein Forschungsprojekt der Universität Zürich. Anhand der sich-zersetzenden Baumwollfasern können Rückschlüsse auf Lebewesen im Boden getroffen werden. Drei Regionalzentren aus NRW finden das Projekt toll und machen mit.

Angelehnt ist die Aktion an das Projekt „Beweisstück Unterhose“ aus der Schweiz (https://www.beweisstueck-unterhose.ch/). Hier wurde durch die Beteiligung von über 2.000 Bürger:innen eine großflächige Untersuchung der Bodenqualität mithilfe von Unterhosen und Teebeuteln durchgeführt.

Die Grundidee ist einfach, wie genial: Zwei Baumwoll-Unterhosen werden im zu untersuchenden Boden vergraben. Nach je einem und zwei Monaten werden sie wieder ans Tageslicht geholt. Die Unterhosen sehen nicht aus wie zuvor: Nicht nur sind sie dreckig, sondern es fehlen auch große Stücke. Anhand des Zersetzungsprozesses der Baumwolle kann auf die Bodenlebewesen und so auf die Bodengesundheit rückgeschlossen werden. Inzwischen gibt es dazu international Daten. Dieser simple Versuchsaufbau und die guten Anleitungen haben uns überzeugt und wir haben uns angeschlossen. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt des Naturschutzzentrum Bruchhausen, Maximilianpark Hamm und LIZ Möhnesee. In Hamm und Mettmann beteiligen sich auch mehrere Netzwerk-Schulen. Ein passenderes Thema könnte es für unsere SdZ-Netzwerke nicht geben. Im BNE-Netzwerk Hamm wird dieses Jahr ein Fokus auf Boden, Gesundheit und Ernährung gelegt und im Kreis Mettmann existiert schon länger das Netzwerk Schulgarten.

Gestartet haben wir in den letzten Tagen und insgesamt befinden sich jetzt an ca. 20 Standorten Textilien im Boden. Die Unterhosen beziehen wir durch eine Kooperation mit der earth GmbH (ein Spin-off der Comazo Gruppe). Wichtig war es uns einen Hersteller zu finden, der nicht nur Bio-Baumwolle verwendet, sondern auch nach Fairtrade-Standards arbeitet.

Sowohl die Lehrkräfte beim Netzwerktreffen in Mettmann als auch die Schüler:innen bei der Akademie in Hamm zeigten sich gleichermaßen interessiert, amüsiert und motiviert. Wir finden: Eine wirklich schöne Möglichkeit um dem trockenen Thema Boden die Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen, die ihm zusteht! Unter anderem berichten die Rheinische Post, der Westfälische Anzeiger und die Westdeutsche Zeitung über unseren Projektstart.

Wenn Sie an dem Projekt teilnehmen wollen, informieren Sie sich am Besten auf oben genannter Webseite. Dort ist genau dokumentiert, worauf beim Ein- und Ausgraben zu achten ist. Inzwischen haben auch schon in Deutschland einige Privatpersonen, außerschulische Lernorte, Gruppen etc. teilgenommen. Auf der Webseite können auch die eigenen „Forschungsergebnisse“ hochgeladen und verglichen werden. Allein aufgrund der Tatsache, dass eine Unterhose vergraben wird, generiert das Projekt Aufmerksamkeit bei Groß und Klein. Diese kann einfach genutzt werden um auf die wichtigen Themen Bodengesundheit, Bodenverbrauch, Lebewesen im Boden und viele mehr ins Gespräch zu kommen. Außerdem können Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens in den Fokus rücken: Worauf muss geachtet werden, um trotz unterschiedlicher Orte und Durchführender eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten? Und warum ist das wichtig? können dabei Leitfragen sein.

BNE-Netzwerk Hamm: Eine Welt im Wandel gestalten

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