Expertinnenbesuch der Sucht- und Drogenberatung in der Klasse 9b
Besonders anschaulich war dann die folgende Unterscheidung zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Süchten. Aus einem sogenannten „Suchtsack“ zogen die Schüler:innen verschiedene Gegenstände, zum Beispiel eine Bierflasche, ein Portemonnaie, einen Energydrink oder ein Staubtuch. Gemeinsam wurde besprochen, welche Formen von Sucht sich dahinter verbergen können und neben der Unterscheidung in stoffgebunden und ungebunden wurde deutlich wie vielfältig Suchterkrankungen sein können.
Im weiteren Verlauf ging es um die Entstehung von Suchterkrankungen. Dabei erklärte die Referentin in Grundzügen die Rolle des Belohnungszentrums im Gehirn und besprach erste Fallbeispiele mit der Klasse. Besonders interessant war die Verbindung zwischen den Faktoren Person, Umwelt und Droge. Die Schüler:innen erkannten dabei viele Parallelen zum Roman Sonne und Beton. Themen wie schwierige Lebensumstände, Gruppendruck, Selbstwertgefühl oder familiäre Probleme konnten direkt mit den Figuren und Situationen aus dem Roman verknüpft werden. Die Klasse arbeitete sehr engagiert mit und stellte viele passende Zusammenhänge her.
Vor dem Besuch hatten die Schüler:innen digital und anonym Fragen gesammelt, die Frau Wolter offen und verständlich beantwortete. Dabei ging es unter anderem um Fragen wie: „Ab wann gilt ein Stoff als Droge?“, „Gehören Opioide auch zu Drogen?“, „Wie sieht eine Sucht aus?“ oder „Was ist und was bewirkt Tilidin?“. Auch die Legalisierung von Cannabis wurde diskutiert. Frau Wolter erklärte, dass die Auswirkungen der Cannabislegalisierung noch nicht ausreichend durch Studien belegt seien. Aus ihrer Sicht würden Kinder und Jugendliche dadurch jedoch nicht besser geschützt.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufklärung, Prävention und offene Gespräche über Sucht und Drogen sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass jeder Mensch Unterstützung bekommen kann und Probleme nicht allein bewältigen muss. Damit passt das Thema besonders gut zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, da Aufklärung und Beratung helfen, Menschen gesund zu halten. Auch SDG 4 „Hochwertige Bildung“ spielt eine wichtige Rolle, weil das Wissen über Risiken und Zusammenhänge junge Menschen stärkt und ihnen hilft, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.
Der Besuch von Frau Wolter in der Klasse machte Mut, Fragen offen anzusprechen und die Inanspruchnahme von Hilfe und Beratung auch als Stärke zu sehen.
Carl Friedrich von Weizsäcker Gymnasium Ratingen
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