Beweisstück Unterhose: Zweitklässler der Martinischule erforschen das Bodenleben
Im Rahmen des Umweltprojekts „Beweisstück Unterhose“, das in Kooperation mit dem Hof Wessels und dem Programm „Schule der Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ stattfindet, haben die Schülerinnen und Schüler vor einigen Wochen Baumwollunterhosen in den Hochbeeten auf dem Schulhof vergraben. Ziel: Die Zersetzung der Textilien durch Bodenlebewesen beobachten und daraus Rückschlüsse auf die Bodenqualität ziehen.
„Ich bin echt gespannt, wie unsere Unterhose aussieht, wenn wir sie wieder ausbuddeln“, meinte ein Kind neugierig zu Projektbeginn. Und diese Woche war es endlich so weit: Die kleinen Forscherinnen und Forscher haben die vergrabenen Kleidungsstücke zum ersten Mal wieder ans Tageslicht geholt – mit überraschendem Ergebnis. Die Unterhosen sind bereits stark zersetzt, große Teile fehlen. Das zeigt: Der Boden ist lebendig, gesund und voller Mikroorganismen.
„Krass, da ist ja fast nichts mehr dran!“, stellte ein Kind erstaunt fest. „Das heißt, unser Boden ist richtig gesund, oder?“ Genau das ist die Erkenntnis, die das Projekt vermitteln möchte: Je mehr Bodenlebewesen aktiv sind, desto stärker wird das Baumwollgewebe zersetzt – ein direktes Indiz für ein funktionierendes Ökosystem im Boden.
Karina Spohr vom Hof Wessels, die das Projekt mitbetreut, freut sich über das Engagement: „Gerade Kinder entdecken in solchen Projekten die Natur noch einmal mit ganz anderen Augen. Sie erleben direkt, wie wichtig ein gesunder Boden für unsere Zukunft ist.“
Begleitet wird das Projekt auch von Nicolas Pardey vom Bildungsprogramm „ein Quadratkilometer Bildung“, der die Kinder beim Forschen, Fragenstellen und Dokumentieren unterstützt. „Die Kinder sind mit Begeisterung dabei, beobachten ganz genau und lernen dabei viel über ökologische Zusammenhänge. Das ist nachhaltige Bildung in Aktion.“
Doch damit ist das Experiment noch nicht zu Ende: Die Kinder haben beschlossen, die zersetzten Unterhosen erneut zu vergraben. In drei bis vier Wochen soll ein weiteres Mal nachgesehen werden, wie sich das Bodenleben weiter auf die Stoffreste auswirkt.
Die Martinischule zeigt mit diesem Projekt einmal mehr, wie Umweltbildung, Nachhaltigkeit und praktisches Lernen auf kindgerechte und eindrucksvolle Weise miteinander verknüpft werden können. Und die kleinen Bodenforscherinnen und -forscher? Die können den nächsten Grabungstermin kaum erwarten.
Martinischule städt. Gemeinschaftsgrundschule Herten-Westerholt
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