Grundschule Zukunftsschule Lippstadt
Grundschule

BNE als übergeordnetes Bildungsziel

Gepflegte Wege zwischen und zu den Beeten des Bauerngartens prägen das Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Ästhetik, Nutzen und ökologischer Ausrichtung.

Projektbeschreibung

Die 2019 als private Ersatzschule für den Primarschulbereich genehmigte Zukunftsschule trägt das gesamtgesellschaftliche Ziel der BNE bereits im Namen. Schon mit der Ausführung des besonderen pädagogischen Interesses für das Genehmigungsverfahren wurde dieses Ziel umfangreich durchdacht und formuliert. Der umfassende Ansatz einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung in seiner Trias aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Dimension soll Heranwachsende dazu befähigen, eigenverantwortlich ihre und damit auch die Zukunft ihrer Mitmenschen zu gestalten - aktiv und verantwortungsbewusst. Dazu benötigen sie hoch-qualifizierendes und zugleich fächerübergreifend-vernetztes Wissen, mit dem sie schon früh und vor allem kompetent Entscheidungen treffen können.
Die Zukunftsschule arbeitet nach der Reformpädagogik Maria Montessoris, die sich vor allem durch die Förderung der Eigenverantwortlichkeit und individuellen Persönlichkeitsentwicklung auszeichnet. Altersmischung, Freiarbeit und nicht zuletzt fächerübergreifende Projekte ermöglichen eine Verschränkung von Bildungsziel mit pädagogischem Ansatz. Unter gleichem Dach befindet sich ein Montessori-Kinderhaus, das analog bereits im Vorschulalter entsprechende Ziele verfolgt. Im Jahre 2022 ist die Gründung einer weiterführenden Gesamtschule geplant, die später optional um eine Oberstufe mit angeschlossenem Montessori-Internat erweitert werden soll. Kinderhaus, Schulen und Internat befinden sich inmitten eines Waldgrundstückes mit Schulgarten. Das Gesamtprojekt trägt den Namen "Kinder der Zukunft".
BNE drückt sich in Kinderhaus und Zukunftsschulen nicht durch vereinzelte Projekte aus, die das curriculare Rahmenprogramm und den Erziehungsauftrag ergänzen. Bildlich gesprochen wird das Gesamtverständnis von Erziehung, Schule und Bildung auf den Kopf gestellt: umfassende Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist das übergeordnete Bildungsziel. Die Kompetenzen, die die Heranwachsenden in den einzelnen Fachbereichen erwerben, dienen diesem Ziel. Lesen, Schreiben, Rechnen, die Begeisterung für Naturwissenschaften, Technologien und musischen Aktivitäten sind qualifizierende Mittel zum Zweck. Das Spektrum einer umfassenden und ganzheitlichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird dabei sehr weit gefasst verstanden. Die Dimensionen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit weisen untereinander zahlreiche Schnittmengen auf, die in der BNE-Konzeptentwicklung Berücksichtigung finden müssen, um nicht nur singulär einzelne Themengebiete zu bearbeiten, sondern den Heranwachsenden ein umfassendes Gesamtbild ihrer Umwelt, der Tragweite ihrer Handlungsentscheidungen und damit auch ihrer Verantwortung zu vermitteln. Der bislang im Nachhaltigkeitsdiskurs tendenziell vernachlässigten sozialen Dimension kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. So ist die Zukunftsschule zugleich auch Inklusionsschule, dies jedoch nicht ergänzend zum regulären Schulgeschehen, sondern in Form einer gelebten Gemeinschaft, die jedes Kind und jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit würdigt und respektiert. 
Konkret wurde bereits ein Teil des umliegenden Waldgrundstückes ertüchtigt, um dort in Kooperation mit dem Landesforstamt in Rüthen Wald- und Wildnispädagogik zu ermöglichen. Derzeit sind die Schulkinder mindestens zwei Mal in der Woche für eine komplette Lernzeit dort, um das im Unterricht erworbene theoretische Wissen in der Natur in Anwendung zu bringen und vor allem erfahrbar zu machen. Im Kinderhaus gehört der ausgedehnte Aufenthalt im Wald zum rituellen Tagesablauf. Ein bereits auf dem Gelände vorhandener Nutzgarten wurde im vergangenen Sommer wieder zum Leben erweckt und durch ein indigenes Tipi vervollständigt. Auch der Schulgarten ist mehrfach in der Woche – insbesondere im OGS-Nachmittagsbereich – als grünes Klassenzimmer fester Bestandteil des Schulalltags. Die Aufzucht eines Bienenvolkes ist für das kommende Frühjahr geplant. Sämtliche Projekte und Arbeiten werden in Gemeinschaft aus Träger, pädagogischem Team, Eltern und selbstverständlich Kindern durchgeführt. Neben den naturverbundenen Projekten werden jedoch auch Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung und Begeisterung für Technologien in den Einrichtungen gefördert, da auch sie einen unverzichtbaren Teilbeitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. 
Befindet sich das Gesamtprojekt derzeit noch im Aufbau, so sind zumindest die Bildungsziele im Hinblick auf die Leitlinien des BNE-Programms bereits klar gesteckt. Weitreichende Kooperation mit außerinstitutionellen Einrichtungen und der Region OWL befinden sich im Aufbau.